Europan 8 Gersthofen

Sonnenfelder

Team: Florian Krieger, Björn Schmidt, Sebastian Ostholt

Wettbewerb

Sonnenfelder sind vom Felderbestand abgeleitete landschaftliche Elemente, die den agrarischen Ursprung des Gebiets lesbar machen. Sie werden in ein urbanes Netz eingewoben und mit der Bebauung verzahnt. Ein „urbaner Feldweg“ als kommunikatives Rückgrat des neuen Quartiers verbindet die Felder zu einer landschaftlichen Sequenz. Es wird eine Durchmischung unterschiedlicher Gebäudetypen angeboten: Reihenhauszeile, Scheibenstruktur mit Geschosswohnungen und das Hofhaus innerhalb einer Teppichstruktur. Alle Gebäudetypen werden am nördlichen Rand des jeweiligen Baufeldes durch eine gemeinsame Trauflinie verbunden. Entlang dieser städtebaulichen Leitlinie können die Gebäude frei positioniert und verschoben werden. Die Südorientierung erlaubt ein Spiel mit der Sonne in Form von Winter- und Energiegärten.

Studien

Die Stadt Gersthofen entwickelt gemeinsam mit den Preisträgern ein Modellprojekt. Das neue Stadtquartier soll kompakte städtebauliche Strukturen in Verbindung mit hochwertigen Freiräumen bieten. Besonderer Wert wird auf innovative Strategien zur Versorgung mit regenerativen Energieträgern gelegt. Prägend für das neue Quartier ist die enge Verzahnung von verdichteter Bebauung mit den Freiflächen der Sonnenfelder. Diese unterschiedlich bespielten und entlang einer zentralen Fußgängerpromenade versetzt angeordneten Grünräume verweisen auf den agrarischen Ursprung des Gebietes. Auf den streifenförmigen Baufeldern ist eine Durchmischung von Hofhäusern, Reihenhauszeilen und -clustern sowie scheibenförmigem Geschosswohnungsbau vorgesehen. Diese verschiedenen Bausteine werden an ihrer Nordseite durch eine gemeinsame Trauflinie im 2.OG verbunden. Von dieser Trauflinie als städtebaulicher Leitlinie fallen die Gebäude entweder nach Süden ab (Teppichstruktur/Reihenhauscluster) oder steigen auf bis zu 5 Geschosse an (Scheibenstruktur). Es entsteht die für das Gesamtgebiet charakteristische Pultdachlandschaft. Sie minimiert Verschattung und optimiert die solaren Gewinne der Wohnungen und Häuser im Gebiet. Die nach Süden geneigten Dächer bieten optimale Voraussetzungen für den Einsatz von Photovoltaik und Solarthermie. Sie sind daher zentraler Bestandteil eines Energiekonzeptes, welches eine CO2neutrale Energieversorgung bis hin zum Plusenergiestandard ermöglicht. Das neue Quartier fungiert als stadträumliches Bindeglied zwischen der gewachsenen urbanen Struktur im Süden, dem neuen Siedlungsbaustein im Nordosten und den Lechauen.

Realisierung

Städtebauliche Realisierung
Der städtebauliche Entwurf wird derzeit von der Stadt Gersthofen in einen Bebauungsplan überführt. Die Stadt möchte den Ort durch landschaftsplanerische Elemente auch im Vorgriff auf die Gebäudeplanung prägen. Übergeordnete Ziele sind dabei eine landschaftsschonende und -integrierende städtebauliche Struktur, ein verkehrsminderndes Erschließungskonzept und ein regeneratives Energieversorgungskonzept. Durch eine städtebauliche und energetische Gebäudeoptimierung, ein Nahwärmenetz mit regenerativer Kraft-Wärme-Kopplung und Sonnenenergienutzung soll das neue Quartier im Betrieb zu einer Primärenergieeinsparung und Umweltentlastung beitragen, die den Primärenergieverbrauch zur Herstellung der Infrastruktur und der Gebäude kompensiert.