Europan 9 Spremberg

Brücke & Tür

Team: Saskia Hebert

Wettbewerb

Für die Umsetzung des Projektes, die der Stadtrat im Jahr 2008 beschloss, wurden Bedarfe und Fördermöglichkeiten neu evaluiert und in einer offen geführten Diskussion präzisiert. Als Starterprojekt wurde der Umbau der 1954 errichteten Freilichtbühne beschlossen, deren Lage zwischen Bahnhof und Innenstadt besonders dazu geeignet erschien, durch eine gezielte (und durch die EU geförderte) Investition einen relativ großen Bereich des brachliegenden Stadtpark-Areals aufzuwerten.

Der Entwurfsansatz für die Überplanung des Geländes bestand darin, die Anlage für ganz verschiedene Akteure und sehr unterschiedliche Veranstaltungen nutzbar zu machen: von der Kleinkunstshow (100 Besucher) bis zum Großevent (3.500 Besucher) ist dort eigentlich alles möglich. So werden nicht nur verschiedene Bevölkerungsgruppen als Zuschauer angesprochen, sondern auch das „Mitmach“-Potenzial erhöht: Bürgerschaftliches Engagement, das in Spremberg eine lange Tradition hat, kann hier zu ganz unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Aktivitäten führen.

Im Diskurs mit Auftragund Fördermittelgebern, mit Betreibern und Behörden, mit Stadtverordneten und Stadtbewohnern wurden verschiedene Formate entwickelt, um die denkbaren Szenarien anschaulich kommunizieren zu können.

Studien

Die auf dem Areal noch vorhandenen Bauten wurden abgerissen und durch einen skulpturalen, hölzernen Raumund Klangkörper ersetzt, der die 20 m breite Bühne frei überspannt und die notwendigen Nebenräume umschließt. Vor der Kulisse des bewaldeten Höhenzuges verleiht das Bühnenhaus dem Ort eine einzigartige Atmosphäre und macht ihn vielfältig nutzbar.

Die reine Holzkonstruktion ist von innen und außen mit einer hölzernen Haut verkleidet, die gemeinsam mit der akustisch optimierten Gebäudegeometrie dazu beiträgt, dass das große Bauwerk (40 m Länge, bis zu 9m Höhe) sich gut in seinen landschaftlichen Kontext integriert.

Realisierung

Dank der großen, mechanisch zu öffnenden Klapptore kann der Bühnenraum auch als Halle genutzt und im Winter wettergeschützt verschlossen werden. Die beiden Foyers ermöglichen den Zugang vom Park aus und können wahlweise als Eingangsbereich (für kleine Veranstaltungen) oder als Künstler-Zugang (für große Events) genutzt werden.

Hinter der bestehenden Tribünenanlage wurde das Gelände neu modelliert und von der Bahnhofstraße aus für Fahrzeuge neu erschlossen. Entlang der Bahnhofstraße wurde der „Händlerbalkon“ angelegt, auf dem mobile Verkaufsstände alle notwendigen Medien vorfinden.

Seit der Eröffnung am 11.6.2010 haben auf der neuen Freilichtbühne Schlager-, Pop- und Chorkonzerte, Theateraufführungen, Band Contests und Gottesdienste stattgefunden.