München / Taufkirchen

Von funktionalen Infrastrukturen zur Produktiven Stadt

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Standort

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Standortkurzbeschreibung

KategorieL/S - Städtebau und Architektur
TeamvertreterArchitekten, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten
StandortgruppeVon funktionalen Infrastrukturen zur Produktiven Stadt
StandortMünchen Neuperlach und Taufkirchen „Am Wald“
Einwohner~ 1,5 Mio München / ~18.000 Taufkirchen
BetrachtungsräumeA/B ca. 40 ha, C/D ca. 90 ha
ProjektgebieteA ca. 2 ha, B ca. 1,5 ha, C ca. 5 ha, D ca. 8 ha
StandortvorschlagGEWOFAG Wohnen GmbH
Beteiligte AkteureGEWOFAG Wohnen GmbH
GrundstückseigentümerGEWOFAG Wohnen GmbH
Art der BeauftragungFür die Vergabe eines Planungsauftrages ist ein getrenntes Vergabeverfahren erforderlich.

Was kann der Standort in Bezug auf das Thema Produktive Städte leisten?

Der Bedarf an einer großen Anzahl neuer und bezahlbarer Mietwohnungen in München stellt die städtische Wohnbaugesellschaft GEWOFAG vor neue Herausforderungen. Im Rahmen von Europan 14 soll auf vier Arealen modellhaft untersucht werden, inwieweit sich die zum Teil flächenintensiven Parkplatzareale in Wohnsiedlungen der Nachkriegsmoderne für eine Nachverdichtung eignen. Neben der kurzfristigen Schaffung von neuem, bezahlbarem Wohnraum geht es darum, einen hohen Wohnwert zu gewährleisten und mit einfachen Mitteln qualitätvolle Stadtbausteine zu entwickeln. Um die soziale Nachhaltigkeit zu stärken, soll untersucht werden, wo in der Sockelzone hochwertiges Wohnen und an welchen strategisch sinnvollen Lagen ergänzende produktive Funktionen untergebracht werden können.

Strategische Ziele

Mit dem Programm „Zurück zu den Wurzeln“ will die GEWOFAG aus dem architektonischen Blickwinkel einen strategischen Perspektivenwechsel einleiten, der zu einem stärkeren Bündnis zwischen Wirtschaftlichkeit und Baukultur führen soll. Gemäß dem Prinzip Einfachheit werden einfache, intelligente Konzepte für die komplexen Anforderungen gesucht, gemäß dem Prinzip Wiederholung soll Bewährtes weitergegeben und durch Repetition einfacher, gut gelöster Wohngrundrisse oder durch Standardisierung von Bauteilen die Wirtschaftlichkeit des Bauen gefördert werden. Gemäß dem Prinzip Effektivität wird durch den Einsatz kleiner, effektiver Maßnahmen eine Qualitätssteigerung angestrebt. Gemäß dem Prinzip Kommunikation wird die Wechselwirkung zwischen dem Gebäude und der Stadt sowie die Interaktion zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern und der Nachbarschaft angestrebt.

Standorte

Es werden vier verschiedene Areale zur Bearbeitung angeboten, für die eine gemeinsame Systematik entwickelt werden soll. Es handelt sich um Großwohnsiedlungen, die jeweils an den Rändern großflächige Parkplätze aufweisen. Diese Schnittstellen zum Stadtraum sind räumliche Bindeglieder, bieten Platz für zusätzlichen Wohnraum und können gleichzeitig über im Quartier fehlende Angebote und Nutzungen die Interaktion der Siedlungskörper zum öffentlichen Raum hin stärken. Im Sinne einer wirtschaftlichen und zeitsparenden Bauweise soll serielles Denken mit konstruktivem Wissen verbunden werden. Ziel ist es, ein möglichst flexibles Grundsystem zu finden, welches an verschiedene stadträumliche Situationen angepasst werden kann. Dabei sollen einfache, aber anspruchsvolle Stadtbausteine entstehen, die mit intelligenten Grundrissen und einer gleichermaßen robusten wie interaktiven Sockelzone zur Aufwertung der Quartiere beitragen.

Wie kann Produktion in die programmatische Vielfalt der Stadt integriert werden?

Durch die Einführung sozialer Angebote und produktiver Programme unterschiedlichen Maßstabes soll den Quartieren eine neue Dimension verliehen werden. Die Stellplätze sollen künftig in Tiefgaragen untergebracht werden, um die Erdgeschosszonen für verschiedene Quartiersnutzungen bereitzustellen. Hier soll geprüft werden, inwieweit Wohnnutzung auch in der Erdgeschosszone möglich ist, und mit welchen gestalterischen Mitteln diese mit einer guten Wohnqualität umgesetzt werden kann. Zusätzlich können auf der städtischen Ebene gemeinschaftliche Nutzungen und weitere, den Siedlungen dienende Funktionen Platz finden. Diese nachbarschaftlichen Nutzungen stehen den eigenen MieterInnnen zur Verfügung und tragen darüber hinaus zur Quartiersvernetzung bei. Produktive Programme, die mit dem Wohncharakter zu vereinbaren sind, tragen insbesondere durch die Einführung neuer Rhythmen zur Intensivierung des gesellschaftlichen Lebens in den Quartieren bei. Gesucht werden Lösungsansätze zur Nachverdichtung der Wohnbebauung. Wirtschaftlichkeit und Baukultur sollen nicht als Gegensatz sondern als Einheit mit zwei Polen betrachtet werden, die miteinander verhandelt werden müssen, um zum optimalen Ergebnis zu gelangen. Folgende Ziele haben dabei oberste Priorität: kostengünstiger Wohnungsbau, Robustheit und Werthaltigkeit im Bestand, soziale Nachhaltigkeit im Quartier, hohe Identifikation der Bewohner mit dem Wohnumfeld. Vielseitigkeit ist die Grundlage urbanen Lebens. Die bisher als ebenerdige Parkplätze genutzten Freiflächen sollen im Zuge der Nachverdichtung eine Aufwertung erfahren. Zu einem wesentlichen Bestandteil der Entwurfsaufgabe gehört eine bessere Orientierung im Quartier, die Gestaltung der Quartierszugänge, eine Zonierung der Freiflächen und die Schaffung fehlender Wegeverbindungen.