Neu-Ulm

Urbanität in der Vorstadt

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Preis

THE PRODUCTIVE HEART OF NEW ULM

Leonardo Zuccaro Marchi (IT), Piero Medici (IT), Alice Covatta (IT), Annalisa Romani (IT)
Mitarbeiter:
Agnieszka Batkiewicz (PL), Christian Maijstre (NL), Virginia Santilli (IT), Yağız Söylev (TR), Xiaoyi Qin (CN)

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Anerkennung

From Vorfeld to Core-Feld

Sofie Vaasen (BE), Maria Luísa Pacheco Goncalves (PT), Marco Xavier Cunha Fonseca (PT)

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Engere Wahl

RETROFITTING VORFELD_INN

Thomas Gantner (DE), Mei Ying Gantner (FR)

KLEE

Qingchuan Yang (CN), Tao Wang (CN) Mitarbeiter:
Yufei He (AT), Yunhan Lin (CN), Weilan Jiang (CN), Jie Li (CN)

Standort

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Standortkurzbeschreibung

KategorieL/S - Städtebau und Architektur
TeamvertreterArchitekten, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten
StandortgruppeVon der (Wohn-)Stadt zur Produktiven Stadt
StandortNeu-Ulm, südlich der Innenstadt
EinwohnerGesamtstadt: 58.200, Projektgebiet: ca. 1.350
Betrachtungsraum150 ha
Projektgebiet16,5 ha
StandortvorschlagStadt Neu-Ulm; NUWOG, Wohnungsgesellschaft der Stadt Neu-Ulm GmbH
Beteiligte AkteureStadt Neu-Ulm, NUWOG
GrundstückseigentümerStadt Neu-Ulm, NUWOG, südl. der Riedstraße private Eigentümer
Art der Beauftragungstädtebaulicher Rahmenplan, Wohnungsbau

Was kann der Standort in Bezug auf das Thema Produktive Städte leisten?

Neu-Ulm Vorfeld liegt in einer innenstadtnahen Gemengelage und verfügt über eine gute ÖPNV-Anbindung. Zu Fuß ist man in 5 Minuten am Bahnhof Neu-Ulm, die Entfernung zum Ulmer Münster beträgt ca. 2 km. Die fußläufige Anbindung an die Innenstadt und an die südlichen Stadtteile ist durch die „Grüne Brücke“ – eine Rad- und Fußwegeachse, die im Rahmen der Landesgartenschau 2008 entstand – in hoher Qualität sichergestellt. Weitläufige, zum Teil als Spielplätze genutzte Grünflächen sollen gemäß dem behutsam verstandenen Prinzip „Nachverdichtung vor Außenentwicklung“ aufgewertet werden. Die Gebäude und Freiflächen der ehem. Grund- und Fachhochschule befinden sich im Eigentum der Stadt und bieten ein einmaliges Potenzial für innovative Gestaltungs- und Nutzungsprogramme.

Strategische Ziele

Neu-Ulm liegt in einer wachstumsstarken Region mit sehr hohem Bevölkerungsdruck auf das Stadtzentrum. Im Norden bildet die Donau die natürliche Grenze zwischen Neu-Ulm und Ulm. Eine Erweiterung der Innenstadt ist daher nur nach Süden möglich. Hier stellte das Kasernen­areal Vorfeld bis zum Abzug der Truppen 1991 eine unüberwindliche Barriere für die Expansion der Innenstadt dar. Seine US-militärische Vergangenheit, die noch nicht aus allen Neu-Ulmer Köpfen verschwunden ist, seine Eigentümer- und Preisstrukturen haben zur Folge, dass im Vorfeld auch heute noch überdurchschnittlich viele Menschen mit finanziellem Unterstützungsbedarf leben. Ziel ist es, das Quartier und seine Bewohner nachhaltig zu integrieren und neue Arten von Nachbarschaften zwischen urbanem Wohnen und Leben, Kultur, Dienstleistungen und Arbeiten für alle Bevölkerungsschichten zu implementieren.

Standort

Der Betrachtungsraum liegt südlich der Glacis-Anlagen, die die Innenstadt einfassen und wird von vier Hauptverkehrsachsen durchzogen. Im Westen grenzen die Fachober- und Berufsoberschule bzw. ein Mischgebiet an das Projektgebiet, im Osten der ca. 9,3 ha große Friedhof. Das mono­strukturierte Vorfeld entstand in den 1950er Jahren als „family housing area“ für US-Militärs und ist seit 1999 im Städtebau­förderprogramm Soziale Stadt. Architektur und Freiflächengestaltung spiegeln die amerikanischen Vorstellungen von Wohnen, Sport-, Grünanlagen und Verkehr wider. Die homogene und lockere Bebauung besteht aus 3- bis 4-geschossigen Wohnzeilen mit ca. 400 Wohnungen, die seit 1999 umfassend modernisiert wurden. Im Zentrum liegt das 3,3 ha große Areal der ehemaligen Grund- und Fachhochschule. Die Gebäude sind zum Teil baulich nicht erhaltenswert und werden derzeit zwischengenutzt.

Wie kann Produktion in die programmatische Vielfalt der Stadt integriert werden?

Durch die angestrebte Mischung von innenstadtnahem Wohnen, Kultur, siedlungsbezogenem Arbeiten, Dienstleistungen und Naherholung soll eine lebendige und in die Gesamtstadt integrierte Innenstadterweiterung entstehen. Gesucht werden städtebauliche, landschaftsplanerische und architektonische Lösungsansätze zur Nachverdichtung der Wohnbebauung. Im Mittelpunkt steht die Förderung von Arbeit im Quartier, die Belebung der Erdgeschosszonen und die Intensivierung des gesellschaftlichen Lebens. Die städtebauliche Neuordnung des Quartiers soll die Entstehungsgeschichte des Ortes respektieren und gleichzeitig einen offenen Ort für künftige Generationen schaffen. Vielseitigkeit ist die Grundlage urbanen Lebens. Eine übergeordnete Bedeutung kommt daher den künftigen Nutzungen zu, die für die im Zentrum des Projektgebiets gelegenen Gebäude und Freiflächen der ehemaligen Grundschule und Fachhochschule zu entwickeln sind. Ziel ist es, hier ein Zentrum zu schaffen, das die vielfältigen Potenziale der urbanen Lage nutzt und dazu beiträgt, das Vorfeld über seine Grenzen hinaus mit den angrenzenden Stadtteilen zu vernetzen und nachhaltig zu integrieren. Die Entwicklung von gegebenenfalls auch stufenweise umsetzbaren Programmen zur Aufwertung, Nachverdichtung und Neuordnung der großen, mitunter ungestalteten und ungenutzten Freiflächen und Gebäuden, ist wesentlicher Bestandteil der Entwurfsaufgabe. Dazu gehört auch die Überarbeitung bzw. Ergänzung der fehlenden internen Wegeverbindungen sowie die Vernetzung mit den umliegenden Quartieren und die Imageverbesserung z. B. durch die Gestaltung der derzeit nicht als solche erkennbaren Quartierszugänge.