Zwickau

Produktive Räume zwischen Altstadt und Mulde

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Preis

PRODUCTIVE UPDATE

Stephan Schwarz (AT), Ingrid Sabatier (FR), Ferdinad Schmelzer (DE), Lena Flamm (DE)
Mitarbeiter:
María del Rocío Díaz Marrero (ES)

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Anerkennung

connect four

Jurek Fahrenholt (DE), Pia Müller (DE), Anna-Lena Horn (DE), Valeriya Sidorenko (KZ)

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Lobende Erwähnung

The big bright green pleasure machine

Magdalena Müller (DE)
Mitarbeiter:
Philipp Fink (DE)

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Engere Wahl

re-fabric / the diagonal

Simon Korn (DE), Julien Engelhardt (DE)

ZWICKANT

Verena Scheer (DE), Robert Witter (DE), Jonas Becker (DE)
Mitarbeiter:
Ingeborg Stavdal (NO)

the curious case of two-face

Franca Alexandra Sonntag (DE), Ricardo Montoro Coso (ES)

Courtyards of Zwickau / Zwickauer Höfe

Ole Pfaff (DE), Hannah Basten (DE)

Standort

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Standortkurzbeschreibung

KategorieL/S - Städtebau und Architektur
TeamvertreterArchitekten, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten
StandortgruppeVon der (Wohn-)Stadt zur Produktiven Stadt
Standortöstliche Innenstadt Zwickau
EinwohnerGesamtstadt 91.500
Betrachtungsraum61 ha
Projektgebiet27,9 ha
StandortvorschlagStadt Zwickau
Beteiligte AkteureStadt Zwickau, Initiative Zwickau 2050
GrundstückseigentümerStadt Zwickau, 2 Wohnungsbaugesellschaften, Wohnungsbaugenossenschaft und private Eigentümer
Art der Beauftragungstädtebaulich-landschaftsplanerisches Entwicklungskonzept und Gebäudeplanung

Was kann der Standort in Bezug auf das Thema Produktive Städte leisten?

Ziel ist die Umwandlung der monofunktionalen und homogenen Wohnnutzung der vorhandenen 5- und 11-geschossigen Plattenbauten der östlichen Innenstadt in gemischt genutzte Quartiere. Durch den Komplett- oder Teilrückbau sollen wieder Bezüge zum westlichen historischen Altstadtkern hergestellt werden. Das öffentliche Raumsystem der Innenstadt soll bereichert werden. Die Etablierung von Handwerk, Kleingewerbe, Dienstleistung und Kultur, sowie deren Wertschöpfung und Gebietsverträglichkeit zur Wohnfunktion steht dabei im Vordergrund. Das Prinzip der Trennung von Arbeit, Wohnen und Freizeit soll aufgebrochen werden. Leitgedanke ist dabei die nutzungsdurchmischte Stadt mit kurzen Wegen, hochwertiger Architektur und qualitätsvollen öffentlichen Räumen.

Strategische Ziele

In dem Ende 2013 beschlossenen Integrierten Stadtentwicklungs­konzept ist die “Innen- vor Außenentwicklung” als oberstes Ziel definiert. Die Stärkung der Innenstadt mit ihrer hohen Konzentration an Denkmälern genießt dabei bisher höchste Priorität. Mit der Entwicklung der Innenstadt und der historisch geprägten innenstadtnahen Vorstädte verfolgt Zwickau das städtebauliche Leitbild einer kompakten Stadt unter Berücksichtigung der historischen, naturräumlichen und verkehrlichen Gegebenheiten. Neues Ziel ist die Beseitigung der Plattenbaubarriere, die Öffnung der Innenstadt zur unmittelbar östlich angrenzenden Zwickauer Mulde und die Herstellung einer Brücke zwischen der westlichen Altstadt und dem Kulturraum “Muldeparadies” mit Wohnen und Gewerbe.

Standort

Zwickau besitzt einen Altstadtkern, dem man noch heute seine mittelalterliche Grundstruktur ablesen kann. Die durch ein Hochwasser im Jahr 1954 stark in Mitleidenschaft gezogene östliche Kernstadt wurde in den 1970er Jahren fast vollständig abgebrochen und nach dem Leitbild des industriellen Bauens in normativer Großtafelbauweise mit 5 und 11 Geschossen neu errichtet. Die innenstädtische Lage des Wohnungsgebiets und die große Anzahl bezahlbarer Wohnungen stellen momentan einen hohen Wert dar. Gleichzeitig hat sich dieser Teil des Stadtzentrums zu einem in sich geschlossenen, monofunktionalen Gebiet entwickelt, welches kaum andere Nutzungen besitzt und wenig nachhaltiges städtisches Flair ausstrahlt. Zusätzlich riegeln die nur schwer zu modernisierenden Wohnzeilen die Innenstadt vom neuen Erholungsraum am Muldeufer ab.

Wie kann Produktion in die programmatische Vielfalt der Stadt integriert werden?

Die Charta von Athen galt lange Zeit als das Konzept für eine funktionierende Stadt. Es setzt sich aber zunehmend die Erkenntnis durch, dass Leben, Arbeiten und Freizeit nicht getrennt voneinander nachhaltig sind und dass das Erdgeschoss mit dem öffentlichen Raum eine entscheidende Rolle spielt. Kurze Wege werden wiederentdeckt. Die Mischnutzung von Quartieren, die Schaffung von lebendiger Urbanität und städtebaulicher Dichte gewinnen an Bedeutung. Die Entschleunigung des motorisierten Individualverkehrs, die Beschleunigung des öffentlichen Nahverkehrs und die Optimierung des Rad- und Fußwegenetzes sind daher zwingend. Kurze Wege steigern die Attraktivität der Stadt und tragen zur Ressourcenschonung bei. Produktion muss nicht auf Handwerk und Gewerbe beschränkt sein. Ziel ist es auch, den Standort der Westsächsischen Hochschule in der westlichen Innenstadt auf den östlichen Bereich der Innenstadt auszudehnen, um so die geistige Produktion in der geplanten Nutzungsdurchmischung zu etablieren. Bauliche und Nutzungsideen müssen geeignet sein, verschiedene Akteure anzuziehen. Die neuen Gebäude, Cluster oder Quartiere sollen in sich multifunktional sein und horizontal wie vertikal mehrere untereinander verträgliche Nutzungen wie Wohnen, Dienstleistungen, Gewerbe, Kultur und Bildung aufweisen. Aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Zwickauer Mulde könnten auf Freiflächen auch Angebote für Urban Gardening zur O2-Produktion geschaffen werden.