Thema Europan 15

Productive Cities 2 – Produktive Städte 2:

Ökologische Ressourcen • Neue Mobilität • Fairness

Europan 15 beschäftigt sich nach Europan 14 erneut mit der „Produktiven Stadt“ und erweitert das Thema anhand der gravierenden Veränderungen der europäischen Städte um drei wichtige Komponenten.

Das kommende Verfahren von Europan soll unter besonderer Berücksichtigung der ökologischen Dimension die Vorstellung einer „Produktiven Stadt der Zukunft“, wie sie die Entwürfe für Europan 14 bereits vorgelegt haben, weiterentwickeln.

Eine ökologisch gedachte, produktive Transformation setzt auf Synergien anstatt auf Gegensätze. Wenn man solche Synergien zwischen Ökosystemen, Menschen und der gebauten Umwelt ernst nimmt, dann impliziert dies auch neue, nicht-sektorale, gemeinschaftliche Lösungsansätze. Ein solches Vorgehen fordert sowohl von den teilnehmenden ArchitektInnen und PlanerInnen, als auch von den EntscheidungsträgerInnen, das Bekenntnis, die ihnen anvertraute Verantwortung für die städtischen Umwelt wahrzunehmen und voranzutreiben.

Europan 15 schlägt deshalb vor, im Sinne solcher nicht-sektoralen, gemeinschaftlichen Lösungsansätze für eine produktive Stadt drei Themenbereiche besonders in den Fokus zu stellen:

Ressourcen – Mobilität – Fairness.

Ressourcen:

Wie können der Verbrauch von und die Verschmutzung durch Ressourcen minimiert werden (Wasser, Luft, Boden, Energie usw.)? Wie können Ressourcen besser geteilt werden? Welche Vorstellungen sozialer, technischer, architektonischer und stadtplanerischer Neuerungen sind in diesem Zusammenhang zu entwickeln?

Mobilität:

Wie können neue Formen der Mobilität und allgemein die möglichst schwellenlose und offene Zugänglichkeit zu und in den produktiven Stadtvierteln umgesetzt werden?

Fairness:

Was kann die Idee einer räumlichen Gleichheit zu sozialer Gerechtigkeit beitragen? Wie lassen sich räumliche und soziale Bedingungen besser miteinander verknüpfen? Wie kann man eine gute Balance zwischen verschiedenen Stadtvierteln mit ihren unterschiedlichen Formen der Produktivität herstellen, wie die Differenzen und Konflikte zwischen Stadt und Land, zwischen Arm und Reich im städtebaulichen Kontext ausgleichen?

Drei unterschiedliche Maßstäbe:

Die drei Themenbereiche – Ressourcen, Mobilität und Gleichheit – können je nach Standort auf drei unterschiedlichen Maßstabs-Ebenen bearbeitet werden: großer territorialer Maßstab, mittlerer quartiersbezogener Maßstab, Mikroebene der einzelnen Bauten.

Der große territoriale Maßstab – die XL Ebene – umfasst den Blick auf das Netzwerk aller Ökologien, die die Stadt prägen, und kann damit auch über die Stadt selbst hinausreichen. Er bezieht sich zum Beispiel auf das Verhältnis Stadt – Land und untersucht die Veränderung unterschiedlichster Nutzungen und Stoffkreisläufe und ihrer Beziehungen zueinander. Der Europan-Wettbewerb will mit dieser maßstäblichen Erweiterung den Städten mittels strategischer Studien ein Instrument für die räumlichen Entwicklungen im regionalen Kontext bereitstellen.

Die mittlere Ebene – L – bezieht sich auf das städtische Quartier, beziehungsweise auf bestimmte, aus strategischen Gründen zur Bearbeitung im Europan-Wettbewerb ausgewählte, Teile der Stadt. Diese L-Ebene soll es ermöglichen, neue Ideen und Konzepte, gerade auch für städtische, Projekte in dieser Maßstabsebene zu entwickeln.

Die Mikroebene umfasst die Größenordnung einzelner Projekte und ihrer Architektur. Sie untersucht, welche Rückwirkung diese im Sinne einer „Produktiven Stadt“ auf das Ganze haben können. Es handelt sich hier auch um die Maßstabsebene der raschen Verwirklichung kleinerer und größerer Eingriffe – möglicherweise unter Einsatz nur zeitlich begrenzter Maßnahmen.

Die Herausforderung für den Europan 15-Wettbewerb liegt insofern auch darin, eine Vielzahl unterschiedlicher Grundstücke zu finden, bei denen die produktiven Nutzungen im Hinblick auf neue Synergien zwischen der Architektur, dem Quartier und der Stadt als Ganzem eine Rolle spielen. Diese wechselseitigen Beziehungen sollen auf den drei angesprochenen Maßstabsebenen bearbeitet werden.