Landsberg

Gewerbe und Wohnen im Einklang mit der Natur

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Preis

Living with(in) nature

Paolo Russo (IT), Fabiana Ledda (IT), Annamaria Gaito (IT), Antonio Cugusi (IT)
Mitarbeit:
Riccardo Onnis (IT)

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Ankauf

Forest first

Marcin Maraszek (PL), Maciej Kaufman (PL)
Mitarbeit:
Agnieska Szuran (PL), Radoslaw Obczynski (PL)

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Engere Wahl

A clearing in the woods

Christoph Dominik Jantos (CH)

Standort

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Standortkurzbeschreibung

Kategoriestädtebaulich/landschaftlich/architektonisch
Team-RepräsentantArchitekt/Stadtplaner/Landschaftsplaner
StandortLandsberg am Lech, Lechrain
Einwohnerca. 28.000
Betrachtungsraum553 ha
Projektgebietca. 31 ha
StandortvorschlagStadt Landsberg am Lech, 3C Carbon Composite Company GmbH
GrundstückseigentümerBImA, 3C Carbon Composite Company GmbH, Stadt Landsberg, weitere private Eigentümer
Art der Beauftragungstädtebaulich-landschaftsplanerisches Entwicklungskonzept

Was kann der Standort zur Adaptable City beitragen?

Landsberg profitiert von seiner Lage in der Metropolregion München. In nur 30 Minuten erreicht man mit Zug und Auto die Landeshauptstadt und Hochschuleinrichtungen. Das Gewerbegebiet Lechrain ist ein ehemaliges Kasernenareal – wo früher schwere Panzer stationiert waren, entwickelt und produziert heute das Unternehmen 3C Carbon ultra-leichte High-Tech- Faserverbundstrukturen für Automotive, Maschinenbau, Medizintechnik und Aerospace. Das Unternehmen hat in den vergangenen zehn Jahren die bestehende Bausubstanz saniert und in Kombination mit Neubauten den Anforderungen eines High-Tech-Unternehmens angepasst. Ziel des Wettbewerbes ist es, das Nutzungsspektrum zu erweitern und das Areal als Freizeit-, Wohn- und Arbeitsstandort zu entwickeln, der mit dem Einsatz innovativer Technologien dem Klimaschutz Rechnung trägt.

Strategische Ziele

Die Stadt Landsberg hat im Jahr 2011 mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept „Zukunft am Lech“ begonnen, das in sechs Handlungsfelder gegliedert ist. Damit wird das übergeordnete Ziel verfolgt, die Planungskultur der vergangenen Jahre von einer induktiven zur deduktiven Richtung zu verändern; d.h. nicht auf gegebene Umstände zu reagieren, sondern im Vorfeld so zu planen, dass logische – positive – Konsequenzen für Landsberg und seine Bürger eintreten. Damit kann und soll eine andere Managementstruktur der Stadtentwicklung entstehen. Schwerpunkte für das Wettbewerbsgebiet bilden dabei die Handlungsfelder „Verkehr und Mobilität“, „Wirtschaft, Handel und Innenstadt“, „Grün- und Freiraumstruktur“, „Energie und Umwelt“ sowie „Wohnen und Siedlungsstruktur“.

Standort

Im Zentrum des Betrachtungsgebiets liegt das Gewerbegebiet Lechrain, das sich zum großen Teil im Besitz der Firma 3C Carbon befindet. Im südlichen und östlichen Bereich des Betrachtungsraums liegen hochwertige ökologische Flächen, die als FFH-Gebiet ausgewiesen sind, darunter der Lech als Erholungsraum. Nördlich angrenzend befinden sich Wald- und Wiesenflächen, die langfristig einer Bebauung zugeführt werden können. Westlich wird das Areal von der Bundesstraße 17 begrenzt, die Richtung Norden das rund 5 km entfernte Stadtzentrum von Landsberg anbindet. Das im Bereich der ehemaligen Kaserne befindliche Gewerbe wächst – die direkt tangierenden Naturflächen sind geschützt. Wie können diese divergierenden Flächenfunktionen nebeneinander existieren, sich gegenseitig anpassen und sogar ergänzen und stärken?

Ortspezifischer Bezug zu Thema und Standortkategorie

Ziel ist es, die herausragenden Landschaftsräume für Menschen erlebbar zu machen, ohne das ökologische Gleichgewicht zu stören. Für den nördlichen Bereich besteht die Vision, neben ergänzenden Nutzungen aus den Bereichen Gesundheit, Soziales und Sport, den philosophischen Ansatz der Werksiedlungen aufzugreifen und in die heutige Zeit zu transformieren. Es soll ein nachhaltiges Quartier entstehen, das auf technische Innovationen ebenso setzt wie auf ganz unterschiedlichen Wohn- und Lebensstilen angepasste Gebäude- und Grundrisstypologien. Mit ergänzenden Infrastrukturen soll ein ganzheitlicher Organismus im Campus-Gedanken entstehen. Können Unternehmer das Problem des Fachkräftemangels und der fehlenden preisgünstigen Wohnungen lösen und analog der Werksiedlungsideen des 19. Jahrhunderts ihre Arbeitnehmer an die Arbeitsstätten durch betriebsnahe attraktive Wohnangebote binden? Kann eine qualitativ hochwertige architektonische und städtebauliche Planung eine Anwerbung von Fachkräften unterstützen? Diese Fragen stehen im Zusammenhang mit sich ändernden Arbeits-, Wohn- und Lebensweisen und sind integrativ unter Berücksichtigung zahlreicher Handlungsfelder wie auch Energie und Umwelt oder Mobilität zu betrachten. Können ein energetischer Regelkreislauf auf dem Areal durch bessere, vorausschauende Planung erreicht, Energieressourcen vor Ort gewonnen, verbraucht, recycelt werden? Wie ist eine derartige Siedlung inmitten hochwertiger Naturschutz- und Landschaftsräume zu gestalten? Kann dies zu einem interessanten zukunftsfähigen Zusammenspiel der unterschiedlichen Nutzungsräume führen?