Marl

ZECHE Auguste Victoria 3/7

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Preis

Weee MARL!

Jorge Sobejano (ES), Elena Fuertes (ES), Ramón Martínez (ES)
Mitarbeit:
Álvaro Molins (ES), Ledo Pérez (ES)

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Ankauf

Green-gray factor

Francesco Ceccarelli (IT), Matteo Battistini (IT), Davide Agostini (IT), Steve Camagni (IT), Sara Angelini (IT), Alessio Valmori (IT)
Mitarbeit:
Giulia Dall’Agata (IT)

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Lobende Erwähnung

The spine

Samuel Llovet Montardit (ES), Martín Padilla Amado (ES), Daniel James Burston (GB), Luis Bellera (ES)

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Engere Wahl

Motorwerk

Alexandra Constantin (RO), SaeBom Song (KR)

Standort

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Standortkurzbeschreibung

Kategoriestädtebaulich/landschaftlich/architektonisch
Team-RepräsentantArchitekt/Stadtplaner/Landschaftsplaner
StandortZeche Auguste Victoria, Schacht 3/7
Einwohnerca. 86.000
BetrachtungsraumZeche Auguste Viktoria/angrenzende Areale
Projektgebieteca. 90 ha, A 44,8 ha, B 15,0 ha, C 17,8 ha, D 11,8 ha
StandortvorschlagRAG Montan Immobilien GmbH
GrundstückseigentümerRAG AG
Art der BeauftragungGgf. städtebaulicher und landschaftsplanerischer Rahmenplan

Was kann der Standort zur Adaptable City beitragen?

Das Bergwerk Auguste Victoria Schacht 3/7 in Marl-Hamm liegt am nördlichen Rand des Ruhrgebietes. Die Zeche mit einem unter­irdischen Streckennetz von 99 km ist mit etwa 3.000 Beschäftigten und einer Förderung von jährlich fast 3 Mio. Tonnen qualitätvoller Steinkohle derzeit noch in Betrieb, soll aber Ende 2015 stillgelegt werden. „Adaptable City“ ist ein Schlüsselbegriff für die Stadt­entwicklung der Zukunft und muss an jedem Ort standortspezifisch interpretiert werden. Die Anpassung an grundlegende Veränderungen im Hinblick auf Klimaschutz, Energieeffizienz, demografische Entwicklung, neue Forschungsaufgaben, veränderte Konstruktionsanforderungen, sinnvolle Flexi­bilisierung in Auf-, Um- und Neubaunutzungen erfordern gänzlich andere Denkansätze.

Strategische Ziele

Der Standort Auguste Victoria muss im größeren Zusammenhang betrachtet werden, der die Nachbarschaft zum westlich anschließenden Chemiepark, die Halden und den nördlich gelegenen Hafen ebenso einbezieht wie die kleinmaßstäbliche Wohnbebauung im Osten und sich mit diesen konfligierenden Nutzungen auseinandersetzt. Gleichzeitig soll für das Gelände der Zeche selbst ein Entwicklungskonzept erarbeitet werden, das den spezifischen Charakter des Areals aufgreift, bestehende Potenziale stärkt und in Beziehung setzt zur Umgebung. Ziel ist es, in einem frühen Stadium Visionen zu kreieren, um für das Jahr der Stilllegung 2015 in den Diskussionen, die dann um das planerische Vorgehen einsetzen werden, eine Vielzahl von Ideen – darunter durchaus unkonventionelle – zu präsentieren.

Standort

Der weitere umgebende Raum der Zeche Auguste Victoria 3/7 ist durch die Nachbarschaft des Chemieparks Marl, den Kohlehafen am Wesel-Dattel-Kanal, zwei größere Abraumhalden, gewachsene Wohnviertel und die nahe vorbeilaufende Autobahn geprägt. Der Übergang zur freien Landschaft ist entsprechend der Charakteristik des Münster­landes eine eher flache Wiesen- und Weidelandschaft, von Hecken und Wäldchen unterbrochen. Das Bergwerk Auguste Victoria ging 1905 mit Schacht 1 in Betrieb. Das Gelände ist heute durch Bauwerke aus vielen Jahrzehnten geprägt, die bedarfsorientiert errichtet wurden und wenig Qualität aufweisen. Lediglich die große Mischhalle im Zentrum des Areals soll erhalten werden – als wissenschaftliches Depot für Großobjekte des Bergbauerbes – und zu Forschungszwecken genutzt werden.

Ortspezifischer Bezug zu Thema und Standortkategorie

Das Bergwerk ist zur Zeit der zweitgrößte Arbeitgeber in der Region und vor allem als wichtiger Ausbilder anerkannt und somit für die Wirtschaftskraft der näheren Umgebung entscheidend. Um die durch die Schließung verloren gehenden Arbeitsplätze so weit wie möglich zu kompensieren, haben sich die Stadt Marl und die RAG auf eine Nachfolgenutzung für AV 3/7 durch Gewerbe und Industrie geeinigt. Der unmittelbar westlich angrenzende Chemiepark Marl ist einer der größten Arbeitgeber in der Region. Die Folgenutzung der Schachtanlage AV 3/7 soll keinesfalls den Produktionsbetrieb des Chemieparks einschränken. Eine gewerblich-industrielle Nutzung hat somit oberste Priorität. Durch den trimodalen Anschluss verfügt das Areal AV 3/7 über gute Voraussetzungen für eine Entwicklung als Gewerbe und Industriegebiet. Der Standort bietet die Chance, Ideen zu entwickeln, wie Industrie und Gewerbe unter den Parametern von Nachhaltigkeit, Ressourcenschutz, Energieeffizienz und Flexibilität sowie rascher Anpassbarkeit an neue Nutzungen aussehen könnten. Die genannten Qualitätsanforderungen – im Wohnungs-, Büro- und Immobiliensektor allseits als Konsens anerkannte Merkmale moderner Planung – werden bislang bei der Entwicklung von Gewerbe- und Industriegebieten vernachlässigt. Der Standort fordert zu offenem Denken auf und ist eine kreative Herausforderung. Dabei geht es um die Fragestellung, wie eine Nutzungsausrichtung von Gewerbe und Industrie, die heute noch nicht im Einzelnen erdacht ist, künftig aussehen könnte. Was sind die gestalterischen, funktionalen und programmatischen Anforderungen an ein Gewerbe- und Industriegebiet des 21. Jahrhunderts?