Europan 7 Halle (Saale)

Readymix

Team: Topotonic – Anita Sinanian, Marc-Philip Reichwald, Peter-Karsten Schultz

Wettbewerb

READYMIX ist die Kombination einer zeitlichen und räumlichen Strategie: Ein infra­strukturelles Grid sowie ein System von öffentlichen Plätzen bilden die Katalysatoren für diverse Nutzungs­- und Entwicklungsszenarien. Der Entwurf versteht das Gelände als durch­ gängige Grünfläche, die zwischen dem Park „Grünes Dreieck“ und Landschaftsraum „Weinbergwiesen“ vermittelt. Die Landschaft wird zum eng mit der Bebauung verbundenen Element, das durch drei Gebäude­ typen gleichzeitig integriert und be­ freit wird. Das Einfamilienhaus auf einem ovalen Grundstück (Ovato), die Reihenhäuser und der aufgestän­derte Geschosswohnungsbau greifen die tradierten Wohnbilder auf und überführen diese durch räumliche Verschneidung zu einer neuartigen Urbanität und einer Intensivierung sozialen Lebens.

STÄDTEBAULICHER ENTWURF

Für die sich anschließende Städte­ bauliche Überarbeitung bestanden die Vorgaben der Stadt Halle in dem Wegfall der aufgeständerten Groß­ formen sowie dem Wegfall der vari­ablen Gemeinschaftsflächen. Die ebenfalls vorgegebene prozen­tuale Verteilung der verbliebenen Wohntypen sowie eines neu hin­ zugekommenen Mehrfamilienhaus­ typus erfüllt der Entwurf ebenso wie den geforderten Anteil der öffentli­chen Grün- und Erschließungsflächen (max. 30 % der Bruttobaufläche) und den Nachweis aller privaten Stellplätze auf den jeweiligen privaten Grund­ stücken.

Prägendes Leitbild des Entwurfes ist nach wie vor ein fließender Grün­raum zwischen den Parkanlagen „Grünes Dreieck“ und „Weinberg­ wiesen“. Der weiche Übergang zu den Weinbergwiesen mit den „Ovato­Grundstücken“ wirkt wie ein grobmaschiger Filter. Im mittleren Bereich wird der lockere Grünraum mit den „Ovato­Grundstücken“ bis an die Scharnhorststraße herange­führt. „Bebauungsinseln“ mit Dop­pelhäusern oder Reihenhaustypen brechen die homogene Struktur auf und verweben den grünen Korridor mit den Randbereichen. Nördlich der Scharnhorststraße wandelt sich der Charakter des fließenden Grün­raumes: In einer dichteren Struktur – in klarer Abgrenzung zum innenliegenden Park – wird der offene Raum durch eine lockere Anordnung gebil­det. Geschosswohnungsbau in Form von sechs kompakten „Stadtsteinen“ rhythmisiert das Gebiet.

Im weiteren Verlauf wurde ein Teilge­biet des Areals nach Überarbeitung eines von der Stadt Halle beauftrag­ten Planungsbüros 2006 in einen Be­bauungsplan überführt.

Realisierung

Auf der Grundlage des Bebauungs­planes wurde das Areal parzelliert und vermarktet. Es wurden drei ver­schiedene Grundstücksgrößen von 440 m², 550 m² und 711 m² angebo­ten. Die Nachfrage, insbesondere für die „Ovato­Grundstücke“ war groß. Leider ist es nicht gelungen, die für die unterschiedlichen Grundstückszu­schnitte vorgeschlagenen Gebäude­typologien der Preisträger umzuset­zen. Die Bebauung der Grundstücke erfolgt individuell durch die privaten Eigentümer. Dabei kommen teilweise sehr unterschiedliche Gebäudetypen zum Einsatz. Ob die im Bebauungs­plan festgelegten städtebaulichen Entwurfskomponenten stark genug sind, um das gewünschte Bild eines fließenden Landschaftsraums zwi­schen der gestalteten Parklandschaft des Grünen Dreiecks und den Wein­bergwiesen zu erzeugen, wird die Zukunft zeigen.